Annekatrin Döll | The Birth and Bridal Gift
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The Birth and Bridal Gift

 

Shifting Meißen, Markt 9

Begleittext zur Ausstellung von Annekatrin Döll und Peter Wackernagel

 

 

Du kommst von draußen, von woanders eben … Bist Du mit dem Schiff angereist – oder mit dem Zug?

 

Meißen, Markt 9. Durch das wiederhergestellte historische Portal langsam die Treppe nach oben. Endlich bist Du da. Du freust Dich darauf anzuschauen, was für Dich vorbereitet wurde. Welche Erwartung hast Du mitgebracht? Was ist Deine Perspektive?

Entworfen, berechnet, geformt, gemacht. Genutzt, ergänzt, übertragen. Umgeformt, gegossen, gerendert. Freigesetzt. Irgendwann entschieden. Gestaltet.

Etwas in den Raum hinein entwickeln. Etwas sich in den Raum hinein entwickeln lassen. In die Tiefe des realen oder eines imaginären Raums.

Erfahrung und Überraschung. Täuschung und Illusion. Faszination, Magie: Es ist ein Spiel, eine Wechselspiel. Natur und Kultur in Konkurrenz.

Du streifst durch die Galerie, schaust, erfindest und lernst dazu. Du wirst selbst zum Autor, zur Autorin. Machst es zu Deiner Geschichte, zu Deinem Erlebnis. Nimm es einfach als eine Einladung.

Große Klunker. Ein Geschenk. Das kleine Zwölfeck[1] auf der wunderschönen natürlichen Aderung der Marmortafel – gleich neben der goldenen Gloriole – beginnt sich zu drehen, wird zum Kreis … Die Milchmasse, sie wird wuchern. Die Kristalle leuchten, in verschiedenen Farben. Wonach strebt Dein Sinn?

Motive wirken nach und werfen ihre Schatten voraus.

Es ist eine assoziative Promenade zwischen Körperhaftig- und Flächigkeit.[2] Zwischen Hell und Dunkel, Transparenz und Opazität. Eine optische Reise, eine optische Verschiebung.

Du siehst Faltungen, erkennst Schemen und scharfe Kanten. Du möchtest sie begreifen, sie testen. Die ganze Sache verorten.

Du schaust aus dem Fenster.

Übersetzung, Verarbeitung, Bezeichnung. Was bleibt haften in Deinen Gedanken? Welches Bild, welche Bilder nimmst Du mit? Kommst Du wieder?

 

Bilder einer Ausstellung.[3]

 

Barbara Buchmaier, August 2017

 

 

[1] Die zwölfeckige Form in der Arbeit von Annekatrin Döll wurde inspiriert von der Gemäldegattung des „desco da parto“, einer Art bemalter „Geburtsschale“, die in der (Früh-)Renaissance als Geburtsgeschenk gefertigt wurde.

[2] Peter Wackernagel hat ein ausgedachtes Hexaeder in vier Varianten aufgeschnitten und jeweils zu einer neuen räumlichen Form aufgefaltet.

[3] Vgl. hierzu: Modest Mussorgsky: „Bilder einer Ausstellung“, Komposition aus dem Jahr 1874 zur Gedächtnisausstellung des russischen Künstlers Viktor Hartmann.

Jahr

2015-2017

Material

Milch, Gelatine, Aluminiumguss (Schwerkraftguss, Eloxiert), Stein, Blattgold

Grösse

variabel im Raum

Category
Installation, Konzept, Skulptur