Annekatrin Döll | Raumversuch Nummer 6.2
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Raumversuch Nummer 6.2

Raumversuch Nummer 6 Malerische Skizze
Raumversuch Nummer 6 Malerische Skizze
Raumversuch Nummer 6 Malerische Skizze
Raumversuch Nummer Sechs Bauplan
Bauplan Raumversuch Nummer Sechs Annekatrin Doell
Bauplan Raumversuch Nummer 6 Annekatrin Doell Plankopf Detail Info
Bauplan Raumversuch Nummer 6 Annekatrin Doell Plankopf Denkzeit Stipendium
Bauplan Raumversuch Sechs Annekatrin Doell Schraffur 3
Bauplan Raumversuch Sechs Annekatrin Doell Schraffur1
Bauplan Raumversuch Sechs Annekatrin Doell Schraffur 1
Bauplan Raumversuch Nummer 6 Annekatrin Doell Schnitt 1 Eingang
Bauplan Raumversuch Nummer 6 Annekatrin Doell Schnitt 2 Glaskorridore
Bauplan Raumversuch Nummer 6 Annekatrin Doell Schnitt 3 Ausgangsbereich Amphitheather
Bauplan Raumversuch Nummer 6 Annekatrin Doell Schnitt 4 Ausgang Parklandschaft
Wandfries Triptichon Raumversuch Nummer Sechs
Rendering Raumversuch Annekatrin Doell Portal
Rendering Raumversuch Annekatrin Doell Spiegelglas Kammer
Rendering Raumversuch Annekatrin Doell Spiegelwand
Rendering Raumversuch Annekatrin Doell Amphietheater
Rendering Raumversuch Annekatrin Doell Amphietheater
Standort Fuerte Ventura Raumversuch Annekatrin Doell

Fuerteventura

Denken Sie meinen „Raumversuch Nummer 6“ als beides – ein reales Gebäude, das Sie physisch erleben und als mentales Konstrukt. Wenn Sie sich z.B. in Krisenzeiten daran erinnern, kann es Ihnen helfen, diese leichter zu bewältigen. Versteht man es wie ein Werkzeug, so kann mein „Raumversuch Nummer 6“ überall platziert und gefunden werden. Hier sehen Sie es in der Nähe der Westküste von Fuerteventura.

Standort Karakorum Raumversuch Annekatrin Doell

Erdene Dsuu

Es fällt mir offenbar sehr leicht, den Raumversuch Nummer 6 einfach in die weite Leere der Wüste zu stellen. Keine anderen Gebäude, keine anderen Einflüsse als Stein und Sand. Keine Herausforderung für mich. So weit weg platziert, am Rande der Insel Fuerteventura, würde sich meine Architektur unverkennbar in eine Kette von Touristenattraktionen einreihen. Einsteigen und aussteigen für einen schnellen und kurzen Konsum. Für einen Besuch müsste man sich mit all den anderen Touristen in einen dieser Shuttle-Busse quetschen und ein wenig gestresst ankommen. Die Leute würden kommen, ein paar Stunden besichtigen und wieder gehen. In diesem Fall habe ich Angst, dass mein Raumversuch seine wohltuende und heilende Wirkung verfehlen würde. Ich möchte nicht, dass sich mein Raumversuch auf diese Weise entwickelt.

Hier in der Inneren Mongolei hingegen, auf dem Gipfel nördlich von Erdene Dsuu, einer 400 Meter großen Klosteranlage, entwickelt sich mein Raumversuch Nummer 6 zu etwas anderem. Umgeben von Stupas, Steinschildkröten und anderen buddhistischen Denkmälern, passt es sich der Umgebung und ihrem religiösen Aspekt an. In fußläufiger Entfernung zum Kloster gelegen, ist es für Mönche, Bewohner und Besucher gut erreichbar. Natürlich kommen die Besucher als Touristen hierher, aber ich denke, sie sind aufmerksamer und achtsamer. Mein Raumversuch könnte ein Ort des Gebets, der Meditation und der Zeremonien werden. Auch wenn das Naadam-Nationalfest gefeiert wird, könnten einige der Sportspiele im Amphitheater stattfinden. Und der Moment der Selbstreflexion kommt von ganz allein.

Standort Delphi Raumversuch Annekatrin Doell

Orakel von Delphi

Mein Raumversuch Nummer 6 trifft auf Delphi. In den Ruinen des Heiligtums finde ich vielleicht das Orakel. Irgendwie versteckt zwischen den Jahrtausenden. Ich würde sie gerne treffen. Ich würde ihr gerne einen neuen Ort geben, an dem sie wieder mit dem Göttlichen kommunizieren kann. Denn im alten Hellas manifestierten sich die Götter nicht nur in Naturzeichen wie Donner und Blitz, sondern sprachen auch direkt durch eine vermittelnde Person. Die Priesterin Pythia gab dem Willen der Götter ihre Stimme. Ihre Antworten waren oft unverständlich und zweideutig. Sie brauchte wiederum Priester zur Deutung. Aber die Griechen glaubten dennoch unerschütterlich an die Richtigkeit des göttlichen Urteils.
Könnten wir die neuen Griechen werden? Treten Sie ein wenig zurück und gehen Sie dabei vorwärts.
An einer steilen Hanglage der Parnass-Gebirgskette gelegen, ist das Terrain nicht einfach zu bebauen. Ich werde meinen Raumversuch sorgfältig in die bestehende Architektur des Heiligtums einfügen. Durch die Verwendung des ursprünglichen Amphitheaters und den Bau eines zweiten Amphitheaters auf Basis einer Gerüstkonstruktion vermeide ich unnötige Eingriffe in den Originalzustand des historischen Delphi. Um einen sicheren Aufenthalt im Raumversuch zu haben, ist es notwendig, alle Elemente auf das gleiche Niveau zu bringen. Es muss viel Handarbeit geleistet werden.
Ich weiß sehr wohl, dass es ein heikler Ort und ein heikles Unterfangen ist. Den alten Apollo-Tempel zu ersetzen, scheint wahnsinnig. Apollo war der Gott des Lichts und der Sonne. Aufgrund seiner enormen Helligkeit konnte er sein Licht in der Zeit nach vorne projizieren, um die Zukunft zu erkennen. Wie könnte eine Architektur glauben, einen solchen Gott, eine solche Mission zu beherbergen? Zumindest könnte es ein Anfang sein, uns einen Raum zu bieten, in dem wir unsere Fähigkeit zum Innehalten und zur Kontemplation üben können.

Standort Leipzig Freiheitsdenkmal Einheitsdenkmal Raumversuch Annekatrin Doell
Standort Leipzig Einheitsdenkmal Raumversuch Annekatrin Doell

Leipzig

Die Stadt Leipzig sucht noch immer nach einem Denkmal im öffentlichen Raum zur Erinnerung an die Friedliche Revolution im Herbst 1989. Ich könnte mit meinem Raumversuch Nummer 6 einen Beitrag dazu leisten. Mein Vorschlag für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal ist ein architektonischer Ansatz innerhalb großer schön gestalteter Parkflächen. Es ist kein Mahnmal im herkömmlichen Sinne, das dazu auffordert, es zu umrunden und von unten nach oben zu betrachten. Es ist eher ein Ort, der allein und mit anderen erlebt werden kann. Friedliche und ruhige Plätze wechseln sich mit belebten und lauten ab. Das Lieblingsbuch im Amphitheater genießen. Sich selbst in den Spiegelungen der langen Glaskorridore beobachten. Einem Sumo-Wettkampf beiwohnen und den Atem in einer Yoga-Stunde trainieren. Alles über Obstbäume und Bienen lernen. Mit Freunden und Familie die Wiedervereinigung feiern. Frieden und Freiheit stabilisieren. In jedem neuen Jahr wird es ein abwechslungsreiches Programm mit inspirierenden Vorträgen und Konferenzen geben.